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König Fußball regiert die Welt. Zum Regieren braucht es Macht. Um Macht zu haben, braucht es Geld. Und schon sind wir "im Geschäft".

Allgemein ist es sehr löblich, wenn man vom Kind bis zum Rentner aktiv Sport treibt. Unzählige Vereine bieten für diesen Zweck und für fast jede Sportart die Plattform. Damit das funktioniert, müssen sich all diese Vereine mehr oder weniger finanzieren. Oft geschieht das über die Mitgliederbeiträge, über Fördermittel aus privater oder öffentlicher Hand oder über das Sponsoring bzw. durch einen Mix aus allen Dingen. Das Sponsoring ist in diesem Sinne sicher auch als eine Förderung zu betrachten, beinhaltet aber zum Teil ganz andere Vertragsstrukturen.

Nehmen wir uns speziell des Fußballs an. Welcher Junge oder mittlerweile auch welches Mädchen träumt nicht schon mal in der F-Jugend davon, irgendwann in einem der großen Fußballstadien stolz mit dem entsprechenden Vereinstrikot auflaufen zu können. Wieviel Mitgliedsbeiträge, Förderungen oder gar Sponsorverträge bis zum Erreichen dieses Ziels nötig sein werden, wissen da sicher nur die allerschlauesten Talentsucher, Manager oder Berater. Doch das Beispiel zeigt vorallem eins: Die starke Symbolkraft eines Trikots. Und das inzwischen auch in Europa nicht nur beim Fußball.

Dies bildet die Überleitung zu einem immer populärer gewordenen, zusätzlichen Einnahmenkonzept - dem sogenannten "Merchandising". Ein wenig vergleichbar mit dem altbekannten Souvenier-Geschäft. Heute wird es in Deutschland fast ausschließlich als Fanartikel-Verkauf bezeichnet.

Bleiben wir beim Beispiel des Trikots. Sicher werden jetzt die meisten Leser die Nase etwas rümpfen und die zunehmende Kommerzialisierung des Sports (nicht nur dadurch) kritisieren, doch auf der anderen Seite der Medaille steht auch die gesteigerte Motivation bei jungen Menschen, sich irgendwann einmal das Tragen eines jetzt noch im Fanshop gekauften XXL-Trikots durch große sportliche Leistungen zu verdienen. Auch wenn die Vorbildwirkung großer Sportidole immer mehr "verwässert" wird und viele "Couch-Potatoes" denken, dass allein das Tragen eines Deutschland-Trikot-2008 große Größe Herren beim rein elektronischen Fußballspielen für mehr Fitness sorgt, bleibt am Grundgedanken dieser Motivation nichts zu rütteln. Wie sie jeder einzelne für sich nutzt, bleibt dabei offen.

Wie bei vielen Finanzierungsgeschäften im Sportsektor bleibt natürlich auch hier immer ein fader Beigeschmack. Bei aller Anhäufung von "Fetischen" des Lieblingsvereins geht sehr oft doch der oben beschriebene Grundgedanke der Mobilisierung und Motivation ein wenig verloren. Hier gilt es, die "Dosierung" richtig zu wählen. Denn es ist wie beim sportlichen Erfolg. Der stellt sich nur ein, wenn man hart dafür trainiert, und nicht dadurch, dass man alle verfügbaren Fanartikel seines Lieblingsteams einfach mal eben so geschenkt bekommt. Oder?